“Geben sie einen frischen Kühlschrank in den Laptop Ärmel.”
Wenn uns hochentwickelte Übersetzungsprogramme und AI diese kleinen Alltagsfreuden nehmen würden, wie schade wäre das!
“Geben sie einen frischen Kühlschrank in den Laptop Ärmel.”
Wenn uns hochentwickelte Übersetzungsprogramme und AI diese kleinen Alltagsfreuden nehmen würden, wie schade wäre das!
Pfänder. Üppige Touristendichte. Parfümwolken, Kuhfotografierer, schwitzende Übergewichtige, Spielplatzüberfüllung. Jugendgruppen quälen sich den Berg zu Fuß hoch, schallmotiviert durch Bluetooth-Boxen.
5 Minuten weiter: Ruhe und dieselbe Aussicht.
#gehnichthinwoallesind
“NEW YORK 9/11 – Krieg in Zeiten von Frieden“ von Yadegar Asisi. Sehr beeindruckend, ohne spektakuläre Kriegsbilder gegen den Krieg. Bedeutsam die Stimmen und Perspektiven, die unseren eigenen Anteil an einer gewalttätigen Welt darstellen.
Die Tücken der Kommunikation @UrbanNation #Berlin
Jeder Einzelne von denen nervt 100 andere für seine Freiheit auf dem #Motorrad und im #Cabrio. Hauptsache #Lärm.
Die ersten Monate in Deutschland hatten wir, junge Geflüchtete aus Russland, wenig Kontakte mit der Außenwelt. Die ersten Einheimischen, die uns im Ausländerwohnheim besuchten, waren die Zeugen Jehovas. Wir sollten sofort in ihren Turm umziehen. Fast zeitgleich mit den Zeugen kamen die Versicherungsvertreter, die uns erklärten, dass man in Deutschland ohne einer Haftpflicht, einer Unfall, einer Rentenversicherung niemals glücklich werden kann. Wir lachten über die Versicherungsvertreter. Wir hatten keine Arbeit, konnten die Sprache nicht, wir waren schwer damit beschäftigt unsere Gegenwart aufzubauen, wir hatten keine Zeit, an die Zukunft zu denken. Man soll erst die Probleme lösen, nach dem sie auftauchen, sonst wird man vor Angst in den Wahnsinn getrieben. Damals wussten wir nicht, dass die Zukunftsangst ein wichtiger Identifikationsmerkmal hierzulande ist. Die Vorsorge, das beruhigende Gefühl, dass einem nichts passieren kann, egal was kommt, wirkt wie die Bachbluten Tropfen, selig sind diejenigen, die daran glauben.
Die Zukunftsangst ist eine Volkskrankheit der Deutschen, laut aktueller Umfrage blicken nur 19% optimistisch in die Zukunft. Die anderen frühstucken am Rande der Apokalypse. Diese harmlose Marotte kann leicht gegen das Land wie eine Waffe angewendet sein, wir sehen das an dem aktuellen Gaserpressungsversuch der russischen Regierung. Alles, was der Kreml in der letzten Zeit macht ist von einer gewissen Debilität gekennzeichnet, der Zeitpunkt für die Gasterpressung ist denkbar unpassend gewählt, mitten in einem sehr heißen Sommer. Deutsche Gasreservoirs sind über 60% gefühlt, besser als vor dem Krieg, mit vorhandenem Gas können wir den Winter überstehen, mehr als die Hälfte unseres Stroms kommt aus erneuerbaren Energien, Tanker mit Flüssiggas sind unterwegs, und wenn es hart auf hart kommt, haben wir enorme Kapazitäten bei AKWs und Kohlkraftwerken in Reserve. Und Russland kann weder drei Monate ohne europäisches Geld den Krieg weiterführen noch diese 120 Milliarden Kubikmeter Gas nach China oder nach Indien umsteuern, dafür brauchte es einer neuen Gasleitung. Russische Gasreservoirs platzen von nicht verkauftem Gas.
Um weniger zu produzieren, müssten sie die Hälfte ihrer Gasvorkommen schließen, was teurer als Krieg führen ist. Der Erpressungsversuch ist ein Bluff. Und doch macht sich die berühmte German Angst breit. Unser Wirtschaftsminister aktiviert Alarmstufe II und duscht jetzt nur noch 3 Minuten statt 5. Die Bundestagpräsidentin möchte die Klimaanlage im Bundestag auf zwei Grad runterdrehen, alles wegen Putin. Das ganze Land zittert und friert jetzt schon, bei dreißig Grad im Schatten. Manchmal kann eine kalte Dusche für das Land sehr erfrischend sein.
Heute habe ich ein kleines Jubiläum, das im Trubel der neuen Kriegszeit vollkommen unterging. Vor 35 Jahren landete ein deutscher Junge, Mathias Rust mit einer geklauten Cessna auf der Brücke in Moskau, direkt vom Roten Platz. Einige bösen Zungen behaupteten, sein Flug hätte der Sowjetunion den letzten Stoß gegeben und das baldige Ende des Kalten Krieges unumkehrbar gemacht. Jahrzehntelang hatte das sowjetische Regime alles Geld in die militärische Aufrüstung gesteckt, um der Nato, ach was, der ganzen Welt Angst zu machen. Auf einmal sah die ganze Welt, der befürchtete Militärkoloss hat keine Unterhose an.Die Journalisten zeigten sich uneinig, wer war Mathias Rust? „Eine durchgeknallte Friedenstaube aus Hamburg,“ schrieben die Zeitungen des Westens, „ein Nato-Spion“, behaupteten die Russen. Ich habe ihn damals fast getroffen. Ich wurde im Dezember 1986 in die sowjetische Armee einberufen und diente bei der Raketenabwehr im zweiten Moskauer Verteidigungsring, Raketenkomplex „Eihörnchen“, Codename „Bernstein“. Ich hätte ihn damals abschießen sollen, habe es aber nicht getan. Unsere Einheit bestand aus einer Radarstation und drei Raketen, die in der Nähe im Wald versteckt waren. Der Sinn vom „Eihörnchen“ war der Abschuss von tieffliegenden Zielen, in erster Linie amerikanischer Langstreckenbomber B1B und B52, sie waren aber nie über uns geflogen.Andere tieffliegende Ziele hatten wir im Überfluss. Der Himmel über uns war voll mit kleinen Propellermaschinen, die zu landwirtschaftlichen Zwecken eingesetzt und für private Zwecke missbraucht wurden. Wenn ein Kolchosvorsitzender den Wunsch verspürte, seine liebste Tante in der naheliegenden Kolchose zu besuchen, flog er hin und hatte nicht einmal ein Radiogerät mit. Das Kleiflugzeug von Rust näherte sich unserer Einheit zuerst als kleiner Punkt auf dem Radar, dann als ein großer Fleck, ein Dorn im Auge des diensthabenden Offiziers, Codename “Glatze"Alle wussten, wie riskant es war, einen Abschussbefehl zu geben. Unsere drei Raketen waren schon ziemlich eingerostet. Gut getarnt lagen sie im Wald und jede Soldatengeneration nahm vor der Entlassung ein kleines Detail von diesen Raketen mit nach Hause, als Andenken an zwei sinnlos im Wald vergeudete Jahre. Niemand konnte genau sagen, in welche Richtung und ob überhaupt die Raketen fliegen würden, wenn man sie abfeuerte. Die Glatze schickte einen Bericht an seinen Vorgesetzen, Codename „Diamant“. Der Diamant schickte es weiter an den Stab der Raketenabwehr, Codename „Smaragd“. Der Smaragd schickte es zum Handlungsstab des Vereidigungsministerium Codename „Rubin“ Mathias Rust landete währenddessen auf der Brücke vor dem Roten Platz. Drei Jahre später ging die Sowjetunion zugrunde und ich wanderte nach Deutschland aus.
#Gehnichthinwoallesind
Wieder unterwegs. Mit extrem spannenden Erfahrungen dank Verzicht auf booking.com und AIRBNB. Fast schon ein Geheimtipp: Rumfragen bringts!